WILLKOMMEN AUF DER WEBSITE „HOCHWASSERGEFAHREN VORBEUGEN“.

Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 hat auch im Verbandsgebiet des WVER zum Verlust von Menschenleben und zu massiven Zerstörungen geführt. Viele Menschen leiden bis heute nicht nur unter den materiellen Folgen des Hochwassers, sondern auch unter Ängsten vor einer Wiederholung eines extremen Hochwasserereignisses. Industriebetriebe, Gewerbetreibende und Handel erlitten erhebliche wirtschaftliche Einbußen…

Sie können sich die Standorte der Maßnahmen auf einer übersichtlichen digitalen Kartenanwendung ansehen.

Hochwasserrückhaltebecken am Frenzer Fliess

Welche Maßnahme wird durchgeführt?:

Die Errichtung des Hochwasserrückhaltebeckens am Frenzer Fließ.

Wo und was wird gemacht?

Das Frenzer Fließ führt in Trockenperioden zumeist kein Wasser. Wegen des leicht abschüssigen Geländes kann das an sich unscheinbare Fließ bei starken Regenfällen jedoch eine stark ausgeprägte Wasserführung besitzen, die im Unterlauf für Probleme sorgt. Somit muss eine Rückhaltung des Fließes erfolgen, damit die Frenzer Burg sowie die Ortslage Inden besser geschützt werden. Die Rückhaltung erfolgt, indem ein Acker am Rande des Frenzer Fließes eingedeicht und im Fall starker Wasserführung eingestaut wird.

Was soll erreicht werden?

Besserer Schutz vor Regenfällen. Das Becken wird ein Volumen von 21.000 Kubikmetern haben.

Wer ist zuständig?

Der WVER.

Wann ist sie umgesetzt?

Die Umsetzung erfolgt mittelfristig (3 – 10 Jahre).

Das Frenzer Fließ mit nebenliegendem Feld, das zum Rückhalteraum des zukünftigen Hochwasserrückhaltebeckens werden wird.
Auf diesem Feldstück wird durch Eindeichung das Hochwasserrückhaltebecken am Frenzer Fließ entstehen.
Luftbild vom geplantem Standort (Dreieck) des Hochwasserrückhaltebeckens am Frenzer Fließ.

Als Mitte Juli 2021 aufgrund eines ausgeprägten Tiefdruckgebiets anhaltende und intensive Regenfälle über dem Westen Deutschlands niedergingen, waren die Folgen bekanntlich gravierend: Das Extremhochwasser, unter anderem im Einzugsgebiet von Inde und Vicht, führte zu ungekannten Überschwemmungen. Massive Zerstörungen waren in Stolberg, Eschweiler und weiteren Kommunen die Folge. Die Angst vor der Wiederkehr eines Hochwasserereignisses ist seither groß, bei Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und beim Einzelhandel.
Für den WVER war klar: Der Wiederaufbau der Städte muss hochwasserresilient und nachhaltig sein – und die zukünftigen Herausforderungen infolge des Klimawandels berücksichtigen, vor allem in Hinblick auf die Überschwemmungsrisiken durch Hochwasser. Der WVER hat daher einen Masterplan „Hochwasserresiliente Stadt­ und Gebietsentwicklung für das Einzugsgebiet von Inde und Vicht“ entwickelt. Mit dem Ziel:

  • die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen
  • durch hochwassersichere Betriebe und Geschäfte die Existenzen und Arbeitsplätze
    der Menschen zu sichern
  • kostenintensive Fehlinvestitionen beim Wiederaufbau zu vermeiden und
  • die verschiedenen Interessen von Hochwasserschutz, Ökologie, Stadtbild und Wirtschaft zu berücksichtigen.

Hochwasserrisiken gemeinsam reduzieren

Klar war von Anfang an: Es geht nur Hand in Hand. Für eine erfolgreiche hochwasserresiliente Stadt- und Gebietsentwicklung ist die effektive Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, dem Land, den Bürgerinnen und Bürgern und dem WVER notwendig – einhergehend mit regelmäßiger Information und Kommunikation.
Um bestmögliche Maßnahmen und Projekte im Masterplan zu identifizieren, wurde das Projektteam sehr breit aufgestellt. Neben dem WVER und dem Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft RWTH Aachen University (IWW), die zusammen mit der Projektleitung für die Ausarbeitung der Ergebnisse verantwortlich sind, wirkte eine Vielzahl von Fachleuten mit. Diese steuerten in Workshops und Fachtreffen ihr Know-how und ihre Kompetenz aus unterschiedlichen Fachgebieten bei, um alle Facetten des Hochwasserrisikomanagements abzudecken: von Wasserwirtschaft und Wasserbau über Stadt- und Regionalplanung bis hin zum Katastrophenschutz.
Auch die Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Kommunen mit ihrer technischen Expertise und den entsprechenden Ortskenntnissen waren stets involviert. Zusätzlich existiert eine übergeordnete Aufsicht zur Kontrolle und Abnahme von Ergebnissen. Dieser Lenkungsausschuss besteht aus politischen Abgesandten des Landesumweltministeriums NRW (MULNV), Vertreterinnen und Vertretern der Bezirksregierung Köln, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern bzw. Beauftragten der betroffenen Kreise und Kommunen sowie Vertreterinnen und Vertretern des WVER und des IWW.

Mehr zum Hochwasserschutz an den Gewässern unserer Region